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Das Dorf

Lage von Höchen in Deutschland

Geographische Lage in Deutschland

Höchen ist an der südöstlichen Seite des Höcherberg (518 m) gelegen. Dieser ist Teil des Nordpfälzer Berglandes. Der Ort liegt im östlichsten Teil des Saarlandes und hat derzeit ca. 1700 Einwohner.

Saarpfalz-Kreis im Saarland

Saarpfalz-Kreis im Saarland

Höchen ist erstmals im 13. Jahrhundert (1262) in einer Urkunde nachgewiesen. Die alternativen Bezeichnungen Hechen, Heche, Heichen, Hayken, Hegen, Eikem, Ickem, Heixen finden sich in Urkunden und auf Karten wieder.
Das kleine Dorf war zunächst im Besitz der Klöster Wörschweiler und Wadgassen. In den folgenden Jahrhunderten gab es wechselnde Herren. Der Gelehrte Tilemann Stella nahm in den Jahren 1564 - 1566 Landesaufnahmen im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken vor. Zwischen Februar und Oktober des Jahres 1564 wurde dabei auch der Höcherberg und die umliegende Gegend vermessen und kartographiert. Aufgrund der datailtreue der Karten und den verwendeten Größenverhältnissen ist zu schließen, dass Höchen damals die größte Ansiedlung in der Gegend war. Der Dreißigjährige Krieg löschte das Dorf jedoch völlig aus. Laut Berichten zu Folge soll nur eine einzige Person die Wirren des Krieges in Höchen überlebt haben. Auch danach wechselte die Zugehörigkeit unseres Dorfes immer wieder, selbst über die Landesgrenze (Frankreich) hinweg.


In den Jahren 1937 – 1947 war Höchen in die Großgemeinde Höcherberg eingegliedert und nach deren Auflösung dem Verwaltungsbezirk Mittelbexbach zugeordnet. 1950 wurde die Gemeinde selbständig. Seit der Kommunalen Gebiets- und Verwaltungsreform des Saarlandes im Jahre 1974 gehört Höchen mit 4 weiteren Ortsteilen (Frankenholz. Oberbexbach, Niederbexbach und Kleinottweiler) zur Stadt Bexbach im östlichsten Landkreis des Saarlandes, dem Saarpfalz-Kreis.

Höchen ist kein stereotypes Straßendorf, sondern breitet sich in einem Gebiet von 6,2 Quadratkilometer weitläufig über die Kuppe des Höcherberges aus. Höchen besitzt damit nach Bexbach anteilsmäßig die zweitgrößte Fläche unter allen Ortsteilen. Zu Höchen gehört einen Großteil an Waldflächen, die sich sehr gut für Spaziergänge und Wanderungen eignen.


Ausblick Richtung Frankreich

Ausblick in Richtung Frankreich

Die Grenze zu Rheinland-Pfalz ist nur wenige Kilometer entfernt. Bei klarem Wetter reicht der Blick vom Höcherberg bis zum Erbeskopf im Hunsrück und zum Donnersberg in Rheinland-Pfalz. Zudem sind der Pfälzerwald und sogar die Höhenzüge der Vogesen zu sehen.


In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es das Pilotprojekt "Ortskernsanierung". An vielen Stellen im Ort wurden Plätze renoviert (Brunneneck, Glanhalle) oder Lokalitäten geschaffen (Kneippanlage, zwei Biotope im Wiesental, Brunneneinfassungen, z.B. "Am Kreuz" in Richtung Höcher Turm). Alte, winklige Gassen prägen den Ortskern und wurden durch die Maßnahme weiter verschönert. Die dörfliche Struktur blieb erhalten. Als Lohn für diese Mühen erhielt Höchen im Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" eine Silbermedaille; im Landeswettbewerb 1993 eine Goldmedaille und beim 17. Bundeswettbewerb 1993 schließlich eine Bronzeplakette.

Bis zur Industrialisierung lebten die Menschen mehr schlecht als recht von Ackerbau und Viehzucht. In den Jahren des 2. Weltkrieges machte sich die Bevölkerung diese Möglichkeit zu Nutze, um neben der Berufstätigkeit ihre Familien ernähren zu können. Heute gibt es schon lange keinen hauptberuflichen Bauern mehr in Höchen.

Höchen war bis zum Kriegsende von deutschen Soldaten bevölkert, die sich vor allem im "Pfaffenwald" und "Biehlwald" verschanzt hatten. Von dort wurde u.a. Nachschub an Material und Truppen an die Westfront losgeschickt. Aus diesem Grund war Höchen auch immer wieder Angriffen von Jagdflugzeugen und Bombenangriffen der allierten Verbände ausgesetzt, die diesen Waldgebieten und den darin befindlichen Truppen galten. Glücklicherweise erhielt der Ort dabei nie einen direkten Treffer. Den Ackerbau musste man in dieser Zeit oft nachts betreiben, um sich nicht der Gefahr eines überraschenden Angriffs auszusetzen. Bis heute sind im Höcher Wald Bombentrichter noch aus dieser Zeit zu sehen und im Bereich des Nordfeldes findet man noch heute Überreste von "Panzersperren".

Am Höcher Friedhof befindet sich ein Ehrenmal zum Gedenken an die Mitbürger, die in den beiden Weltkriegen viel zu jung ihr Leben ließen oder bis heute als "vermisst" gelten. So manche Höcher Familie findet nicht nur einen ihrer Angehörigen dort verzeichnet.


Seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts arbeiteten viele Männer als Bergarbeiter in den benachbarten Kohlegruben in Bexbach und Frankenholz. Zwei Förderschächte wurden dazu auf Höcher Gemarkung errichtet (Schacht III und weniger bekannt: Schacht IV als Wetterschacht), die allerdings organisatorisch zur Grube Frankenholz gehörten.

In den Jahren 1889 bis 1905 wurde sogar auf Höcher Gebiet in der Kohlegrube "Consolidiertes Nordfeld" Bergbau betrieben, was sich schließlich als wenig lukrativ erwies und deshalb eingestellt wurde. Mit der vollständigen Stilllegung der Grubenanlagen im Jahre 1959 war die Geschichte der Kohleförderung am Höcherberg beendet und traf alle Höcherbergorte hart und nachhaltig. Typische Zeitzeugen, wie Bergehalden und Gebäudeüberreste erinnern noch bis heute an diese geschichtsträchtige Zeit.

Blick auf den Ort

Blick auf den Ort (Winter 2006)

Weitere Arbeitsplätze entstanden schließlich auch in der saarländischen Schwerindustrie, wie z.B. der Neunkircher Eisenhütte, die jedoch auch schon längst Geschichte ist.

Heute pendeln die meisten Beschäftigten sowohl nach Homburg oder Neunkirchen als auch in die weitere Umgebung wie Kaiserslautern und Saarbrücken. Der öffentliche Nahverkehr besteht aus Busverbindungen nach Bexbach und Homburg. Das Hauptverkehrsmittel ist trotzdem das Auto. Mobilität ist mehr denn je gefragt.
Die Folgen dieser Notwendigkeit sind mittlerweile allgegenwärtig. Gab es anfangs der 80er Jahre noch drei Bäckereien, zwei Metzgereien und mehrere Gaststätten, so findet man heute jeweils noch ein Geschäft dieser Art in Höchen. Sowohl Berufs- als auch Freizeitaktivitäten verlagern sich oft weg vom Wohnort, obwohl es innerorts sehr viele Angebote gibt. Eine Tankstelle in Höchen versorgt derweil mit ihrem kleinen Verkausshop die Höcher mit Zeitschriften und Sonntagsbrötchen. Eigentlich ein Glücksfall für den Ort, der oft unterschätzt wird. Eine Branchenübersicht zeigt die derzeitigen geschäftlichen Möglichkeiten und Unternehmen.


Höchen ist heute ein Wohndorf und ist im Flächennutzungsplan der Stadt Bexbach entsprechend ausgewiesen. Im Jahr 2005 wurde so z.B. auf dem ehemaligen Grubenareal von Schacht III ein Neubaugebiet erschlossen, das gut zwei Dutzend Bauplätze bietet. Einige von ihnen sind mittlerweile bereits bebaut. Zwar gibt es auch immer wieder die Möglichkeit der Lückenbebauung, was aber in den alten Höcher Wohngebieten nur selten wahrgenommen wird.

Wie in vielen kleineren Gemeinden, wird auch in Höchen das Vereinsleben groß geschrieben. Im Jahre 1979 schlossen sich einige der Vereine zum Vereinsring zusammen, um sich für gemeinsame Anlässe besser organisieren zu können. Der Vereinsring ist auch Betreiber und Mäzen der Höcher Internetseite.

Neben einer Freiwilligen Feuerwehr gibt es zahlreiche Vereine, die unterschiedliche Freizeitmöglichkeiten bieten. So z.B. Sportvereine mit den Sparten Fußball, Tennis, Boule, Handball, Turnen, Leichtathletik und Gymnastik. Gesangsvereine, Schützenverein, Tierhalter- und Tierzüchtervereine, Vereine zur Pflege der Natur, wie der Natur- und Vogelschutzverein oder der Obst- und Gartenbauverein, der im Ort auch eine Obstverwertung mit Schnapsbrennerei betreibt. Im Jahr 2007 hat der Turn- und Sportverein Höchen seine Sportanlage runderneuert. Unterhalb des Höcherbergturms gelegen, wurde sie von Grund auf renoviert und neu gestaltet. Als Besonderheit wurde eine Beachvolleyball-Anlage gebaut. Andere Vereine investieren viel Mühe in die Gestaltung ihrer Vereinsheime und machen damit aus der Not eine Tugend und gleichen die mangelnde Präsenz von Gaststätten und Freizeitlokalitäten durch eigene Angebote in den Vereinsheimen aus.

Weiterhin werden immer wieder sportliche Wettkämpfe angeboten, zu denen Mannschaften aus den anderen Vereinen, aber auch sonstige Gruppen eingeladen werden. Aktionen, die bereits laufen, werden eingebunden, z.B. "Unser Dorf spielt Fußball", das "Bürgerschießen" des Schützenvereins oder der etablierte Wettkampf von Boule-Spielern.
Überregional vielbeachtet und vielbesucht ist die Ponderosa-Ranch, das Vereins-Domizil  des Höcher Western-Clubs, der sich  in den 80er Jahren auf einer alten Hühnerfarm ansiedelte und diese mit viel Engagement und Phantasie um- und ausbaute.

Eine Übersichtsseite aller Vereine und Gruppierungen ist im Internetauftritt dargestellt.


Sportplatz des TuS Höchen

Anlage des TuS unterhalb des Höcher Turms

Die meisten Vereine zeigen sich auch sehr engagiert in der Jugendarbeit. Die beiden großen Sportvereine (Turn- und Sportverein und SV 1920 Höchen e.V.) kümmern sich dabei sehr aktiv um dieses Thema. Sie organisieren Zeltlager, Nachtwanderungen, Sport- und Spieltage. Natürlich fehlt auch Fußball oder Tennis in der Liste der Aktivitäten nicht.

Der Turn- und Sportverein ist führend im Stadtgebiet Bexbach was die Teilnahme und Ableistung des "Deutschen Sportabzeichens" anbelangt. Vereinsmitglieder und andere Hobbysportler nutzen dort die Gelegenheit die Disziplinen des Sportabzeichens zu absolvieren.

Die Jugendfeuerwehr und der Natur- und Vogelschutzverein bieten weitere Aktivitäten an. Die Feuerwehr mit ihren Aktivitäten spielt auch im kulturellen und gesellschaftlichen Leben in Höchen eine bedeutende Rolle. So übernimmt sie die Reinigung der Wassertretanlage oder die Pflege des Biotops auf dem Platz vor der Glanhalle. Sie organisiert das Floriansfest und unterstützt die Pfarrgemeinde an Fronleichnam und der Gedenkstunde am Volkstrauertag. Nicht zuletzt unterstützt sie auch die jährliche Martinsfeier tatkräftig.

Der Höcher STÄKIBE zeigt sich ebenfalls sehr aktiv und veranstaltet für die Kleinsten unter den Höchern z.B. Besuche beim Förster oder Imker. Der Städtische Kindergarten ist ein ideales "Kinderhaus" mit Krippe für die ganz Kleinen, dem eigentlichen Kindergarten (3. bis 6. Lebensjahr) und schließlich dem Kinderhort für die Schulkinder. Hier wird eine Betreuung der Schüler nachmittags angeboten. Höchen besitzt dabei die höchste Betreuungsquote (40 %) der Schulkinder im Stadtgebiet Bexbach.


Überregional bietet die Jugendpflege Bexbach immer wieder interessante Veranstaltungen an, so dass man sich auch mal über Ortsgrenzen hinweg kennen lernen kann.




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