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Höcher "Uznamen"

"Uznamen" oder "Spitznamen" sind Bezeichnungen, die neben den eigentlichen Familiennamen bestimmten Dorfbewohnern verliehen wurden. Diese Uznamen oder auch Unnamen setzten sich irgendwann im internen Sprachgebrauch durch. Dazu gibt es bis heute keine Richtlinie oder Regel. Es passiert einfach und festigt sich dann über lange Jahre hinweg. Das führte teilweise soweit, dass spätere Generationen gar nicht mehr wussten, wie die Person eigentlich wirklich heißt, da man sie nur unter Ihrem Uznamen bezeichnete, wenn man von ihr sprach.

Höchen ist traditionell besonders reich an solchen Uznamen. Für Georg Hengstenberg [1] hatte dies ursprünglich seinen Grund in der Häufigkeit der gleichen Familiennamen. Bei der früher weit kleineren Bevölkerung im Ort war das Verhältnis dadurch noch viel auffallender und es musste ein Unterscheidungskriterium gefunden werden. Auch die Vornamensgleichheit häufte sich und so wurde oft eine weitere Kennzeichnung der Person erforderlich, z.B. Sandschorsche Sepp (d.h. der Sohn von Georg Sand mit Namen Sepp). Die Namen wurden oft bereits in der Schulzeit vergeben und dann für das gesamte Leben übernommen.
Weitere Ursachen für die Vergabe solcher Namen war auch oft ein bestimmtes Ereignis, ein bestimmtes Aussehen oder Verhalten, das man mit der Person verband.
Wie Hengstenberg [1] schon feststellte, machten die Träger "gute Miene zum bösen Spiel". Das dürfte bis heute nicht anders sein. Sie empfinden es hoffentlich nicht als Kränkung oder Beleidigung, denn so ist es sicher nicht gedacht, obgleich teilweise mit gehörig schwarzem Humor gearbeitet wird.

Nachfolgend sind einige noch bekannte Uznamen aufgeführt und soweit möglich oder verantwortbar, ist auch der Ursprung des Namens näher beleuchtet. Die Sammlung entstand dankenswerter Weise durch die Mithilfe mehrerer Benutzer des Höcher Bürgerforums und alteingesessener Höcher Mitbürger.

Würde man sich nicht an diese Bezeichnungen immer wieder erinnern, wäre dieses "Höcher Kulturgut" mit der Zeit aus der Erinnerung gelöscht und die Tradition wäre mit den Jahren ausgestorben und die Geschichten und Anekdoten vergessen. Genau das sollte in keinem Fall geschehen!

Schon jetzt ist davon auszugehen, dass sich in unserer heutigen Zeit, diese Tradition nur noch wenig verbreitet. Das liegt einfach daran, dass sich die Dorfgemeinschaft weniger häufig und vor allem weniger zahlreich trifft, als das noch früher der Fall war. Mann kennt sich eben "nicht mehr so gut", als noch zu Zeiten, da man die Feste im Ort gemeinsam feierte. Dieser Umstand ist sicher mit der heute viel größeren Mobilität und Anonymität in unserer Gesellschaft zu erklären.

 

 

A

Abbat, de oder auch Abbats

Asse

 

B

Bachels oder es Bachelche

Baggowegnobb, de

Bambels

Bambel und die Bambelsmamme

Bautzel's

Bärbel's Roter

Bärwels

Bellschuck, de

Bergfranze

Beggesse
Bitter, de
Blech-Hannesse

Blechschmidds-Schorsch (...war Klemptner)

Blenches
Botsche Digger

Breggel, de

Bruder, de

Bubbubb, de

 

C

Corporal, de (vgl. auch de Dorhauser)

 

 

D

Dauwels / Daufels

Deckels

Dapperche
Detsch, die (Detsche)

Dewalds (Ziehwald)

Dippche

Dorhauser, de (vgl. auch der Corporal, wohnte am Torhaus)

 

E

Ebbches

Eckes

Edewards

Egges, de

Enud, die

 

F

Fehrenze Digga

Feierls

Feils Jaab

Fickerts (Kurt)

Frääche, es

 

G

Gauch, de

Gaskopp, de
Geiße Gerd, de

Gille
Glierich, de

- Ist die gleiche Person, wie der "Hanjoob".
Glierich Hoselatz, die
- Ist der Sohn vom "Glierich"

Gnigga, de

Großmauls (=Fritze)

Gollo, de

Guggugg, de

Gulde, de (=Knipskästche)

 

H

Haas, de (...war im Hasenverein)

Halbschälche, es
Hahn, de

Hanjoob, de

- Trägt auch den Namen "de Glierich".

Hinkel, es

Hooges, de

Hoorich, de (richtiger Name war Böshaar)

Hoose

Hummel, die

Hertekat, die

 

I

Illabar, de

Innschnidda, de

 

J

Jaersch's

 

K

Katze-Hannes, de

Katzemetzger, de

Kerschdjes

Kett, die

Kiwwelmajor, de

- Der betreffende Bergmann war unter anderem damit betraut, den Behälter (Kiwwel=Kübel) mit der Notdurft der unter Tage arbeitenden Bergmänner zu entsorgen.

Kelterschbadds, de

Knipskäschdche, es (de Gulde)

- War auch ein Bergmann, der für die Überprüfung von Schlagwettern zuständig war. Der Name ziehlt wohl auf die dabei verwendete Lampe ab.

Kneisel's

Kniewes

Knepsch

Knopp

Knubbert

Komiker, de

Krempschoon, de

- Kommt von Kremp Jean auch im Sprachgebrauch als Krempschoons bekannt.

Kuhfuß

Kuttlett's

Klickerspitz, de

Knepsch, de

 

L

Lottegoot, die

Lebsch, de (Lebsche Ginda)

Lewwergnobb, de

 

M

Mannemma, de (war aus Mannheim hierher verheiratet)

Mann´s

Marigots

Määdche, es (hatte als Mann eine sehr helle Stimme...)

Määschder, de ("der Meister" ... wusste wohl immer alles besser, als andere und hat wohl so seinen Uznamen erhalten)

Meerädicher

Metzjersepp, de

- Hatte an der Abzweigung Saar-Pfalz-Straße in die Marienstraße ein Metzgerei. Man sagte oft "Ich geh' zu Metzjersepps inkaafe"...

Mick, die oder auch Micke (auf die Familie bezogen)

Minze

Moll, de

Mopse

Mui, de

 

N

Nawitje, es

Netso

Nuurlefritz, de (war Koch in der Grubenküche in Frankenholz und in der damaligen Notzeit nach dem Krieg war Nudelsuppe ein häufiges Gericht für die Bergleute) 

 

O

Ohrrich, de

Da die betreffende Person abstehende Ohren hat und mit Vornamen Erich heißt, kam dieser Name zustande.

Orwes, de

Orsi, de
Otte Ott

Omma, de

 

P

Panama, de

Pats

Pidda, de
Piepse
Polizeis

Plenches

 

Q

Quaddsch, de

 

Quetschemüller, de

Ist auch unter dem Namen de Schbannschebalaus bekannt.

 

 

R

Rehgeisse

Rehbock, de

Rein, de

Rich, de (Bruder vom Rein)

Rickerbola, de (konnte als Kind seinen Namen nicht richtig aussprechen, so dass er in etwa so geklungen hat)

 

S

Säckler'sch
Satan's
Schalgich, de

Schääfche, es oder aich Schääfches (auf die Familie bezogen)
Schbannschebalaus, de

Ist auch unter dem Namen de Quetschemüller bekannt.

Schbautze (hat oft ausgespuckt, d.h. "gespautzt" im Dialekt)

Schlechtersstreck, die

Kommt aus der Bergmannssprache. Eine Strecke bezeichnet einen Abbaubereich und wenn es dort Probleme gab, bezeichnete man das als "schlechte Strecke".

Schuggerich, de

Schunzersch

Schitzekat, die (der Mann war Feldschütz gewesen)
Schoofhannesse
Spitz, de
Sputniks
Steier'sch
Suss, de

Schnitzler, de

Schunzer, de

Schlippche, es (war einarmig und konnte deshalb keine Krawatte binden und trug deshalb immer eine Fliege)

 

T

Trattscher, de

Thei, de

Toope, de

 

V

Vadder, de

Sprach schon seit seiner Jugend jede männlichen Person mit "Vadder" an und erhielt dadurch seinen Namen.

Vetterhannes

 

W

Wiesedubbes, de
Worschdjäb, de