Bug-Fix-Bild
Bug-Fix-Bild

Das Dorf

Höcher Dorffest

Fassbieranstich beim Höcher Dorffest '2007

Im Ort finden über den Verlauf des Jahres neben den Vereinsfesten einige größere gemeinsame Feste und Veranstaltungen statt. Das Größte von Ihnen ist dabei das Höcher Dorffest, das um den 1. Maifeiertag Treffpunkt von Einwohnern, Wanderern und Interessierten aus der weiteren Umgebung ist. Es ist der Auftakt weiterer Dorf- und Stadtfeste in der Region. Der Ursprung liegt im Maisingen des Männergesangvereins. Nach und nach schlossen sich weitere Vereine an und schließlich fiel der Entschluss, formell ein Dorffest in der heutigen Form durchzuführen. Das erste Dorffest fand schließlich 1983 statt. Die Organisation und Durchführung obliegt den im Vereinsring zusammengeschlossenen Vereinen.

Weitere Veranstaltungen sind die Rentnerfeier, die jedes Jahr im Oktober vom Ortsrat in der Glanhalle veranstaltet wird, sowie der Martinsumzug im November. In jüngster Zeit wird auch wieder die Höcher Kirmes traditioneller gefeiert. In den 70er- und 80er Jahren war das ein bedeutendes Ereignis im Dorf, mit Schaustellern und Fahrgeschäften auf dem Glanhallenvorplatz und Musikveranstaltungen im ehemaligen Gasthaus Ausserwinkler (Sängerheim) im Brunneneck, die sehr gut besucht waren. In den 90er Jahren verlief sich die Tradition mehr und mehr. Im Jahre 2007 wurde die "Heecher Kerb", wie sie mundartlich genannt wird, wieder nach alter Sitte mit Kerwetanz und Kerwestrauß sehr erfolgreich wiederbelebt. Die Veranstaltung findet jedes Jahr am 2. Wochenende im September statt und dauert offiziell bis zum darauffolgenden Mittwoch.

Dorfbuch Höchen

Dorfbuch von 1957

Höchen kann sich glücklich schätzen in dem Lehrer Georg Hengstenberg (1875 - 1957) einen echten Heimatforscher unter seinen Bewohnern gehabt zu haben. Dieser veröffentlichte im Jahre 1957 ein Dorfbuch zu Höchen und hat damit bis heute einen maßgeblichen Anteil an der Wahrung der Dorftradition.

Die Anfänge seines Vorhabens lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits 50 Jahre zurück. In all diesen Jahren verschrieb er sich dem Sammeln, Nachfragen und Sichten von Archiven. Das Resultat all dieser Beharrlichkeit war im Sommer 1939 in Form des Höcher Dorfbuches kurz vor dem Druckbeginn. Alle Vorbereitungen waren getroffen und die Vorarbeiten abgeschlossen. Die Druckstöcke waren bereits fertig gestellt, als der Krieg ausbrach. Besagte Druckstöcke fielen schließlich den Bomben zum Opfer, das Manuskript ging durch ein widerwärtiges Geschick verloren. Wie groß muss seine Enttäuschung gewesen sein?!

In seiner Hartnäckigkeit begann er jedoch die Arbeiten erneut. Trotz der Tatsache, dass der Text stark gekürzt werden musste, konnte er in seinem letzten Lebensjahr, im Alter von nunmehr 81 Jahren, und in Verbindung mit großen eigenen finanziellen Opfern sein Buch 1957 erneut präsentieren. Diesmal ging alles glatt. Die Leistung die Georg Hengstenberg für sein Lebenswerk und mit seinen Aktivitäten für und in Höchen abgeliefert hat, ist bis heute nicht hoch genug zu bewerten.

Dorfbuch Höchen

Bildband zu Höchen

Der 1987 erschienene Bildband "Höchen einst und heute" war eine ideale Ergänzung zu dem Dorfbuch von 1957, wenn gleich hier eine gehörige Portion Zufall am Zustandekommen beteiligt war. Der Ursprung lag 1982 in einer Unterhaltung von Christoph Missy mit dem damaligen Besitzer des "Jägerhauses Nordfeld" Paul Dombrowski. Gemeinsam stellte man fest, dass trotz der unmittelbaren Nähe des Anwesens zum ehemaligen Grubengelände kein einziges Bild der Anlage im Gasthaus zu finden war. Christoph Missy machte sich deshalb auf den Weg verschiedene Quellen zu kontaktieren, wie z.B. den Heimatverein Höcherberg oder den Herausgeber eines Bildbandes über die Gemeinde Waldmohr, der gerade erschienen war. Von ihm konnte er erstmals Bilder zur Grube "Consolidiertes Nordfeld" erhalten, was das Schlüsselerlebnis für die weitere Arbeit sein sollte. Die so geweckte Sammelleidenschaft weitete sich in der Folge aus auf Fotos der Grube Schacht III und dann auf Themen, die Höchen insgesamt betrafen. Versehen mit Erläuterungen, die hauptsächlich von den beiden Gastwirten Robert Rech und Salomea Hetterich stammten, kam ein reichhaltiges Archivmaterial zusammen. Die meisten Fotos wurden von Raimund Ohm in seinem privaten Labor reproduziert und vergrößert. Hierbei kam ihm die Idee, diese Bilder im Rahmen des Dorffestes in der Glanhalle auszustellen. Dies wurde dann auch in die Tat umgesetzt, und aufgrund des großen Interesses der Besucher entschlossen sich die Beiden, einen Bildband zu gestalten, der 1987 passend zum Jubiläum 725 Jahre Höchen veröffentlicht wurde.

 

An vorangegangenem Beispiel zeigt sich deutlich, dass aus der Initiative Einzelner und der nachfolgenden Beteiligung Mehrerer ein Synergieeffekt zu stande kommen kann, der so manches zu bewegen vermag. Auch aktuell gilt es in Höchen wieder Dinge zu bewegen, wobei man auf die Unterstützung einer intakten Dorfgemeinschaft angewiesen ist. Seit der Schließung der Grundschule war bereits klar, dass die weitere Nutzung des nun mehr ehemaligen Schulgebäudes eine zentrale Frage für den Ort sein würde. Ebenso steht die 750 Jahr-Feier im Jahr 2012 ins Haus, für die jetzt schon die Weichen gestellt werden müssen. Im Zuge dessen soll auch ein neues Dorfbuch entstehen, dass die Geschichte von Höchen nicht nur ergänzt, sondern auch fortschreibt.

Dorfzeitung Höchen

Erstausgabe der Höcher Dorfzeitung

Auf Initiative des derzeitigen Ortsvorstehers Dr. Karl-Heinz Klein sind zu den verschiedenen Anlässen Arbeitsgruppen entstanden, die diese Ziele verwirklichen wollen. Auch hier hängt das Gelingen ganz wesentlich von dem Engagement der Bürger ab, denn nur in den wenigsten Fällen lösen sich Probleme von alleine oder Ideen verwirklichen sich von Zauberhand.

Aus diesen Arbeitsgruppen haben sich mittlerweile Leute zusammengeschlossen, die eine kostenlose Dorfzeitung (Die Glanquelle) ins Leben gerufen haben. Diese Zeitung soll vorraussichtlich in regelmäßigen Abständen erscheinen und allen Höcher Bürgern, die keinen Internetzugang haben, als zusätzliches Medium einen Einblick in das Dorfgeschehen ermöglichen. Die Erstausgabe ist im Februar 2008 erschienen.

 

Die Zukunft wird also zeigen, wie gut und engagiert die Dorfgemeinschaft ist und sie wird sich an den kommenden Aufgaben und den damit verbundenen Ergebnissen messen lassen müssen und das auch nach außen hin.

 

[Text: Markus Grimm, unterstützt durch Ideen und Informationen von Dr. Karl-Heinz Klein, Christoph Missy und Stefan Hirsch]


« vorherige Seite [ 1 2 3 ] nächste Seite »